KV – Ein Haufen Chaoten, die nach Lust und Laune entscheiden?!

Immer wieder entscheiden Politiker über Gesetze, mit denen wir dann zurecht kommen müssen. Fast noch interessanter finde ich jedoch örtliche Gremien wie die Stadtverwaltung, die über Änderungen des Stadtbilds entscheiden, oder Kirchenvorstände. Das finde ich auch, weil ich in einem solchen Kirchenvorstand bin.

Aber was ist das eigentlich? So genau wissen das wenige in der Gemeinde. Für viele ist das einfach so eine Gruppe, die wichtige Entscheidungen für die Gemeinde trifft. Die Meisten interessieren sich erst für diese Entscheidungen, wenn es zu ihren Ungunsten ist.

Dann kommen schnell Vorwürfe auf, die so klingen, als hätte das Gremium jemandem bewusst schaden wollen. Das ist natürlich nicht so. Doch wie kommt es dennoch zu Entscheidungen, die einige Personen benachteiligen. Dazu ist es wichtig die Funktionsweise eines solchen Gremiums zu verstehen. Im Falle des KVs funktioniert das so:

Wie der KV funktioniert

In der Gemeinde ändert sich viel. Wenn es Änderungen, Änderungswünsche oder ähnliches gibt, über die der KV bestimmen muss, werden diese an die KV-Leitung übermittelt, die sie dann ggf. auf die nächste Tagesordnung setzt.

Nach einer kurzen Andacht beschließen wir meist zunächst, dass die Protokolle von den Ausschüssen und von der letzten KV-Sitzung korrekt sind und wir sie zur Kenntnis genommen haben.

Anschließend gehen wir dann alle anderen Tagesordnungspunkte durch.

Die Vorstandsleitung oder ein anderes KV-Mitglied informiert die Anwesenden über den zu behandelnden Punkt. Dieses Mitglied bringt dann Argumente für den Beschluss und ggf. gegen ihn ein. Meist hat die Vorstandsleitung schon einen Beschluss vorformuliert. Wenn wir Anmerkungen oder Fragen haben, stellen wir diese zur Diskussion und klären sie (in teilweise langen Diskussionen).

Dabei versuchen wir die beste Lösung für die Gemeinde und die Betroffenen zu finden. Eine lange Diskussion ging darum, welchen Raum wir einer Gruppe zur Verfügung stellen. Darum ging es vor allem darum, welcher der Räume der Gemeinde den besonderen Ansprüchen der Gruppe genügt. Nach einer langen Diskussion haben wir uns schließlich auf einen Raum geeinigt.

Dabei haben wir auch beachtet, welche Gruppen den Raum sonst noch nutzen und wie sich das vereinen lässt.

Wie andere es wahrnehmen

Wenn wir dann abstimmen ist das in der Regel sehr eindeutig. Das Problem ist nun, wenn wir in der Gegenwart anderer über solche Beschlüsse reden kommt das natürlich anders rüber. Wir haben einen Entschluss gefasst, dessen Gründe wir zum Teil nicht erzählen dürfen (Datenschutz), zum Teil sind die Gründe sehr komplex, daher würden wir diese nur auf Nachfrage erklären. (Für uns ist die Sachlage ja klar.)

Das der KV teilweise auch falsch entscheidet, da ihm einige Argumente nicht vorliegen, ist klar. Wir können nur auf Grundlage dessen entscheiden, was wir wissen. Daher ist es auch gut, dass wir aus vielen Bereichen des Gemeindelebends kommen und daher alle unsere Eindrücke einbringen können.

Ein Thema, über das wir natürlich nicht reden dürfen sind Personalangelegenheiten. Auch, weil es eine Sache der Mitarbeiter und dessen persönlicher Daten ist. Es ist jedoch fast immer so, dass wir eine Lösung finden, die für alle akzeptabel ist. Aber sicherlich treffen wir nicht vorsätzlich Entscheidungen, die für andere schlechter sind, wenn wir einen besseren Weg sehen.

Wie man das jetzt transparenter gestalten könnte, damit andere das Gefühl haben, dass wir das nicht einfach von oben herab bestimmen, sondern versuchen die beste Lösung zu finden, weiß ich auch nicht. Aber diese Erklärung trägt dazu hoffentlich schon bei.

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